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TippWie Hunde Stress zeigen und sich beruhigen, erklärt der Ratgeber zu Beschwichtigungssignalen.
Menschen mit Hunden bei einer Übungsstunde auf einem Platz
Foto: „State Farm Arson Dog Program Class -54 - 52030641629“, State Farm, CC BY 2.0, Wikimedia Commons, zugeschnitten

Regeln und Pflichten

Hundeführerschein: was hinter dem Wort steckt und wann du ihn brauchst

6 Min. Lesezeit · Stand 27.10.2026 · Darstellung mit Quellen, keine Rechts- oder tierärztliche Beratung

Einen Hundeführerschein musst du in Niedersachsen und seit Juli 2026 auch in Bremen machen, in Nordrhein-Westfalen für große Hunde. Im Gesetz heißt er meist Sachkundeprüfung, in Hamburg Gehorsamsprüfung, und in Berlin und Hamburg kann er dir die Leine ersparen, auch wenn ihn dort niemand verlangt. Was für dich gilt, hängt davon ab, wo du mit deinem Hund lebst.

Ist ein Hundeführerschein Pflicht, und wo in Deutschland?

Ein Hundeführerschein ist nicht in ganz Deutschland Pflicht, sondern nur dort, wo das Landesgesetz Sachkunde verlangt. Es kommt also auf dein Bundesland an:

Die Gesetze aller Länder findest du über unsere Seite zur Leinenpflicht. Verbindlich ist der Gesetzestext deines Landes.

Hundeführerschein in Niedersachsen und ab 2026 in Bremen: die Theorie kommt vor dem Einzug

In Niedersachsen besteht der Hundeführerschein aus zwei Teilen. Die theoretische Prüfung legst du vor dem Einzug des Hundes ab, die praktische im ersten Jahr der Haltung (§ 3 Abs. 1 NHundG). In der Theorie geht es um Haltung und Tierschutzrecht, um Sozialverhalten und rassespezifische Eigenschaften, um Gefahrensituationen, um Erziehung und Ausbildung und um die Vorschriften für den Umgang mit Hunden (§ 3 Abs. 2). In der Praxis zeigst du, dass du dieses Wissen mit einem Hund auch anwendest. Einen Vorbereitungskurs schreibt das Land nach Auskunft des Landwirtschaftsministeriums nicht vor, und eine Prüfung online ohne Prüfer am selben Ort erkennt es nicht an.

Bremen verlangt den Hundeführerschein ab 2026, genau seit dem 1. Juli 2026, mit demselben Ablauf. Die praktische Prüfung machst du dort mit deinem eigenen Hund, und zur Theorie gehören zusätzlich Kommunikation und Ausdrucksweise sowie das tierschutzkonforme Erziehen (§ 3 Abs. 1 und 2 BremHundeG).

Hundeführerschein in NRW: die Pflicht gilt ab 40 Zentimetern oder 20 Kilo

In NRW ist der Hundeführerschein ab einer bestimmten Größe Pflicht. Hältst du einen Hund, der ausgewachsen mindestens 40 cm Widerristhöhe oder 20 kg erreicht, zeigst du das der Behörde an und weist Sachkunde, Zuverlässigkeit, Chip und Haftpflichtversicherung nach (§ 11 Abs. 1 und 2 LHundG NRW). Die Sachkundebescheinigung kann von anerkannten Sachverständigen kommen, von anerkannten sachverständigen Stellen oder von Tierärztinnen und Tierärzten, die die Tierärztekammern benannt haben (§ 11 Abs. 3).

Hältst du einen großen Hund ohne diesen Nachweis, ist das eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße bis zu 100.000 Euro geahndet werden kann (§ 20 Abs. 1 Nr. 17 und Abs. 3 LHundG NRW). Ziehst du aus einem anderen Land zu, soll NRW deine Bescheinigung anerkennen, wenn sie den Anforderungen im Wesentlichen entspricht (§ 14).

Freiwillig zum Hundeführerschein: in Berlin und Hamburg kann er dir die Leine ersparen

Auch wo ihn niemand verlangt, kann sich der Hundeführerschein lohnen:

In Berlin und Hamburg gilt die Bescheinigung nur für einen bestimmten Hund und die Person, die mit ihm geprüft wurde. Hast du zwei Hunde, brauchst du für jeden eine eigene. Frag vor der Anmeldung bei deiner Gemeinde nach, ob die Prüfung bei euch Leine oder Steuer betrifft.

Welche Prüfungen gibt es für Hunde und ihre Halter?

Für Halter ist es vor allem die Sachkundeprüfung aus Theorie und Praxis. In Berlin besteht die Theorie aus 30 Fragen mit vorgegebenen Antworten, du hast 45 Minuten unter Aufsicht und bestehst mit mindestens 70 Prozent richtigen Antworten. In der Praxis prüft eine sachverständige Person den Gehorsam deines Hundes. In Hamburg zeigst du in der Gehorsamsprüfung, dass du einen bestimmten Hund im Alltag unter Kontrolle hast (§ 4 HundeG).

Für einzelne Hunde kommen weitere Prüfungen dazu. In NRW kann ein Hund der gelisteten Rassen nach einer Verhaltensprüfung von Leine und Maulkorb befreit werden (§ 5 Abs. 3 LHundG NRW), in Bremen kann die Behörde den Maulkorbzwang insbesondere mit Blick auf einen Wesenstest aufheben (§ 14 Abs. 3 BremHundeG).

Viel vom Prüfungsstoff lernst du am besten draußen. Wie Hunde sich verständigen, erklären die Ratgeber zur Körpersprache und zu Hundebegegnungen. Wer üben will, wie der eigene Hund auf andere reagiert, kann in Rudelrunde nach Hunden aus der Nähe suchen, die sich dort angemeldet haben, und gemeinsame Runden verabreden.

Wer prüft dich für den Hundeführerschein, und mit welchen Kosten rechnest du?

Das legt jedes Land selbst fest. In Niedersachsen nehmen Personen und Stellen ab, die eine Behörde anerkannt hat (§ 3 Abs. 3 NHundG), die Liste veröffentlicht das Landesamt LAVES. Die Kosten für den Hundeführerschein nennt dort das Landwirtschaftsministerium: Beide Prüfungen kosten jeweils ab 40 Euro, über den genauen Betrag entscheidet der Prüfer.

In Berlin legst du die Prüfung bei einer zugelassenen sachverständigen Person ab, die Liste bekommst du bei den Ordnungsämtern der Bezirke. Die Kosten der Prüfung trägst du selbst (§ 7 Abs. 1 HundeG), die Bescheinigung beantragst du danach beim Ordnungsamt deines Wohnbezirks. Wie es in Ländern mit Pflicht weitergeht, erklärt der Ratgeber zum Sachkundenachweis.

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Rudelrunde zeigt Hunde, die zu deinem passen, und Runden in deiner Stadt.

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Häufige Fragen

Wo kann ich einen Sachkundenachweis für Hunde machen?

Bei Prüferinnen und Prüfern, die dein Land anerkannt hat. In Niedersachsen veröffentlicht das LAVES die Liste, in Berlin bekommst du sie beim Ordnungsamt deines Bezirks, in NRW können es auch Tierärzte sein, die die Tierärztekammern benannt haben.

Kann ich den Hundeführerschein online machen?

In Niedersachsen nicht. Eine Prüfung online ohne Prüfer am selben Ort ist dort laut Landwirtschaftsministerium nicht rechtskonform, der Nachweis wird nicht anerkannt.

Was ändert sich 2026 für Hunde und ihre Halter?

In Bremen brauchen Halter seit dem 1. Juli 2026 Sachkunde, also einen Hundeführerschein. Außerdem ist im August 2026 eine EU-Verordnung erschienen, die Chip und Registrierung für alle Hunde vorschreibt, für private Halter ab dem 31. August 2036.

Gilt der Hundeführerschein für jeden meiner Hunde?

In Berlin und Hamburg nicht. Die Bescheinigung gilt dort nur für den Hund und die Person, die gemeinsam geprüft wurden.

Wird eine Prüfung aus einem anderen Bundesland anerkannt?

Teilweise. Nordrhein-Westfalen soll Sachkundebescheinigungen anderer Länder anerkennen, wenn sie den eigenen Anforderungen im Wesentlichen entsprechen. In Berlin gilt als sachkundig, wessen Sachkunde eine Behörde eines anderen Landes amtlich anerkannt hat.

Quellen

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