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Shiba Inu gähnt auf einem Waldweg
Foto: „Picography-dog-yawning-1“, Picography, CC0, Wikimedia Commons, zugeschnitten

Begegnungen und Verhalten verstehen

Beschwichtigungssignale beim Hund: kleine Gesten, die Streit verhindern

3 Min. Lesezeit · Stand 26.10.2026 · Darstellung mit Quellen, keine tierärztliche Beratung

Beschwichtigungssignale sind kleine Gesten wie Wegschauen, Lippenlecken, Gähnen oder kurzes Erstarren. Hunde zeigen sie oft in angespannten Momenten, und eine Pilotstudie fand Hinweise, dass sie Konflikte zwischen Hunden entschärfen. Für dich sind sie ein frühes Zeichen, dass dein Hund gerade mehr Abstand braucht.

Woher der Begriff Beschwichtigungssignale beim Hund kommt

Der Begriff geht auf Turid Rugaas und ihr Buch über Calming Signals zurück. Sie beschreibt darin Gesten, die nach ihren Beobachtungen Aggression zwischen Hunden unterbrechen können. So fasst es eine Arbeitsgruppe der Universität Pisa zusammen.

In der Verhaltensforschung blieben diese Signale lange unbeachtet, die Arbeitsgruppe aus Pisa sah ihre Studie von 2017 als erste wissenschaftliche Arbeit dazu. Viele der Gesten gelten in anderen Studien auch als Zeichen von Stress, etwa Gähnen, Wegschauen, Kopfdrehen, Nase lecken und Pfote heben. Das widerspricht der beruhigenden Wirkung nach Ansicht der Forschenden nicht: Ein gestresster Hund kann seinen Zustand wahrscheinlich zeigen, und der andere wird daraufhin ruhiger.

Diese Beschwichtigungssignale zeigen Hunde häufig

Diese Gesten hat die Arbeitsgruppe aus Pisa gezählt, am häufigsten waren Kopfdrehen, Nase lecken, Erstarren und Abwenden. Eine Übersichtsarbeit der Universität Bari nennt aus einer Studie zum Streicheln außerdem Blinzeln, Wegsehen, Hinsetzen und Hinlegen als beschwichtigende Gesten.

Was die Forschung zu Beschwichtigungssignalen sagt

Eine Arbeitsgruppe der Universität Pisa hat 2017 genauer hingesehen. Sie beobachtete 24 Hunde in Begegnungen mit bekannten und unbekannten Hunden ohne Leine und zählte dabei 2.130 solcher Signale. Zeigte ein Hund nach einem aggressiven Moment ein Beschwichtigungssignal, ließ die Aggression des anderen in 79,4 Prozent der Fälle nach.

Das spricht dafür, dass die Gesten bei Hunden untereinander tatsächlich beruhigend wirken. Es war allerdings eine Pilotstudie mit wenigen Hunden. Auffällig war ein einzelner Hund: An 24 von 36 Aggressionen ohne Beschwichtigungssignal war er beteiligt, er schien andere Hunde oft zu provozieren und zeigte selbst keine solchen Signale.

Wie du auf Beschwichtigungssignale reagierst

Zeigt dein Hund bei einer Begegnung mehrere dieser Gesten, ist das für dich das Signal, ihm Luft zu verschaffen. Vergrößere den Abstand, geh ein Stück weiter oder lauf einen Bogen. Zieh ihn nicht zum anderen Hund hin, um „Hallo“ zu sagen. Wie Abstand im Alltag gelingt, zeigt der Ratgeber Hundebegegnungen an der Leine.

Achte auch auf das Gegenüber. Schnüffelt ein fremder Hund demonstrativ am Boden und wendet sich ab, wünscht er sich vielleicht gerade keinen Kontakt.

Signale lesen lernen mit vertrauten Hunden

Am besten lernst du die feinen Zeichen bei Hunden, die du öfter siehst. Dann merkst du, welche Geste bei welchem Hund was bedeutet. Rudelrunde hilft dir, solche Bekanntschaften in deiner Nähe zu finden: Die App schlägt Hunde vor, die nach Tempo, Spielart und Verträglichkeit passen, und ihr verabredet im Chat eine gemeinsame Runde. Mehr Grundlagen findest du im Beitrag Körpersprache Hund, die App unter Rudelrunde.

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Häufige Fragen

Wann zeigt ein Hund Beschwichtigungssignale?

Vor allem, wenn er einem anderen Hund nahe ist, und besonders bei fremden Hunden. In der Studie aus Pisa fielen die meisten Signale in engen Begegnungen, und bei unbekannten Hunden waren es mehr.

Wie reagiere ich auf Beschwichtigungssignale?

Gib deinem Hund mehr Abstand und nimm Druck aus der Situation. Lauf weiter oder einen Bogen, statt ihn zum anderen Hund zu ziehen.

Ist Gähnen beim Hund immer Müdigkeit?

Nein. Gähnen gilt auch als Zeichen von Stress, achte darauf, in welcher Situation es auftritt.

Funktionieren Beschwichtigungssignale wirklich?

Eine Pilotstudie mit 24 Hunden fand, dass Aggression in 79,4 Prozent der beobachteten Fälle nachließ, wenn ein Hund danach ein solches Signal zeigte. Für eine sichere Aussage war die Stichprobe aber klein.

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