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Zwei Menschen gehen mit ihren Hunden an der Leine einen Parkweg entlang
Foto: „(1)Walking the dog“, Sardaka, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons, zugeschnitten

Gassi gehen im Alltag

Leinenführigkeit: so lernt dein Hund, an lockerer Leine zu gehen

4 Min. Lesezeit · Stand 26.10.2026 · Darstellung mit Quellen, keine tierärztliche Beratung

Leinenführigkeit bedeutet, dass dein Hund an lockerer Leine in deiner Nähe bleibt, auch wenn es draußen spannend wird. Du baust sie mit Belohnung auf, in kleinen Schritten und an Orten, an denen dein Hund gewinnen kann. Schmerzhafte Hilfsmittel sind dabei in Deutschland verboten.

Was Leinenführigkeit im Alltag heißt

Eine Fußposition wie auf dem Hundeplatz braucht ihr dafür nicht. Gemeint ist ein Hund, der schnüffeln, stehen bleiben und schauen darf, ohne die Leine stramm zu ziehen, und der sich an dir orientiert, wenn du die Richtung wechselst. Für viele Halter ist das der Unterschied zwischen einem Spaziergang und einem Kraftakt.

Gebraucht wird diese Fähigkeit oft genug: Wo und wann Leinenpflicht gilt, regeln Bundesland und Gemeinde unterschiedlich. Einen Überblick mit Gesetzestexten findest du auf der Seite zur Leinenpflicht.

Leinenführigkeit mit Belohnung aufbauen

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit beschreibt den Kern guter Erziehung kurz: erwünschtes Verhalten belohnen, unerwünschtes ignorieren. Für die Leine bedeutet das, dass dein Hund mit lockerer Leine weiterkommt und mit straffer Leine eben nicht. Lob und Futter kommen in dem Moment, in dem er neben dir ist, nicht erst Sekunden später.

Dass Belohnung auch dem Wohlbefinden hilft, zeigt eine Studie der Universität Porto mit 92 Familienhunden. Hunde aus Hundeschulen mit vielen aversiven Methoden waren im Training häufiger angespannt und hatten danach höhere Cortisolwerte als Hunde aus Schulen, die mit Belohnung arbeiten.

Halsband oder Geschirr: was die Studien sagen

Eine Untersuchung der Universität Wisconsin fand, dass Zug über ein Halsband den Augeninnendruck erhöht, über ein Geschirr nicht. Für Hunde mit Glaukom oder dünner Hornhaut raten die Autoren daher zum Geschirr.

Am Hals selbst wirkt nicht jeder Schritt gleich. Forschende am Writtle University College haben bei acht Hunden gemessen, dass die Kraft am Hals je nach Laufrichtung schwankt, am höchsten war sie in Kurven gegen den Uhrzeigersinn, am niedrigsten geradeaus. Auf gerader Strecke wirkt also weniger Zug am Hals. Ein Geschirr allein macht aber keinen leinenführigen Hund, in einer australischen Studie zogen Hunde mit Rückengeschirr nach Futter sogar stärker. Besprich die Wahl mit deiner Tierarztpraxis, gerade wenn dein Hund gesundheitliche Besonderheiten hat.

Wo das Üben leichter fällt

Ein Hund lernt schwer, wenn um ihn herum alles gleichzeitig passiert. Such dir für die ersten Wochen Wege, auf denen ihr wenig Hunden, Radfahrern und Wild begegnet, und nimm die belebte Runde erst dazu, wenn es auf der ruhigen klappt. Am Anfang darf die Übungsstrecke kurz sein, etwa bis zur nächsten Ecke, und der Rest des Spaziergangs ist einfach Spaziergang.

Eine Übersichtsarbeit der Universität Edinburgh hält fest, dass Wissen über eine tierschutzgerechte Vorbeugung und Veränderung des Ziehens Spaziergänge leichter, sicherer und angenehmer machen kann, für Hund und Mensch.

Bei Rudelrunde findest du Gassirunden mit Länge, Dauer und Bewertungen anderer Halter, und du kannst eigene Routen aufzeichnen und teilen. So weißt du vorher, was dich erwartet.

Was bei der Leinenführigkeit verboten ist

Nach § 2 Absatz 5 der Tierschutz-Hundeverordnung ist es verboten, bei Ausbildung, Erziehung oder Training Stachelhalsbänder oder andere für Hunde schmerzhafte Mittel einzusetzen. Das gilt bundesweit, verbindlich ist der Gesetzestext.

Zieht dein Hund schon heftig und du suchst erst einmal nach Ursachen, hilft der Ratgeber Hund zieht an der Leine. Mit einem jungen Hund fängst du am besten bei der Leinenführigkeit für Welpen an.

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Häufige Fragen

Was ist Leinenführigkeit?

Dein Hund läuft an lockerer Leine in deiner Nähe und folgt dir, wenn du die Richtung wechselst. Eine strenge Fußposition ist damit nicht gemeint.

Wie bringe ich meinem Hund Leinenführigkeit bei?

Belohne die lockere Leine und lass Ziehen nicht zum Ziel führen. Fang auf ruhigen Wegen an und steigere die Ablenkung erst, wenn es dort gut klappt.

Ist ein Geschirr besser als ein Halsband?

Für die Augen ja, in einer Studie stieg der Augeninnendruck nur beim Halsband. Gegen das Ziehen selbst hilft das Geschirr nicht, dafür braucht es Training.

Darf ich ein Stachelhalsband benutzen?

Nein, § 2 Absatz 5 der Tierschutz-Hundeverordnung verbietet es bei Ausbildung, Erziehung und Training.

Wie lange dauert es, bis mein Hund leinenführig ist?

Das ist von Hund zu Hund verschieden, eine feste Zeit nennen die Studien nicht. Bleib bei kurzen Einheiten und steigere die Ablenkung erst, wenn es auf der ruhigen Strecke zuverlässig klappt.

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