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Ein Mensch geht mit seinem Hund auf einem Weg durch den Wald
Foto: „Visitor walking happy dog leash hoh campground camping pets d archuleta march 05 2015 (16751947833)“, Olympic National Park, Public domain, Wikimedia Commons, zugeschnitten

Gassi gehen im Alltag

Gassi gehen: wie oft, wie lange und was zu einem guten Gang gehört

4 Min. Lesezeit · Stand 26.10.2026 · Darstellung mit Quellen, keine tierärztliche Beratung

Beim Gassi gehen bekommt dein Hund Bewegung, frische Gerüche und die Gelegenheit, sich zu lösen. Eine feste Minutenzahl schreibt das Gesetz nicht vor, es verlangt ausreichend Auslauf im Freien, angepasst an Rasse, Alter und Gesundheit. Tiermedizinische Fachleute raten zu mehreren Gängen am Tag, auf denen dein Hund in Ruhe schnüffeln darf.

Was das Gesetz zum Gassi gehen sagt

Die Grundregel steht in § 2 Abs. 1 der Tierschutz-Hundeverordnung. Einem Hund ist ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers zu gewähren, dazu mehrmals täglich in ausreichender Dauer Umgang mit seiner Betreuungsperson und regelmäßig Kontakt zu Artgenossen. Für Welpen bis zu einem Alter von zwanzig Wochen nennt die Verordnung mindestens vier Stunden Umgang am Tag. Auslauf und Sozialkontakte sind der Rasse, dem Alter und dem Gesundheitszustand anzupassen.

Eine Zahl in Minuten findest du im Wortlaut also nicht. Ein Fachbeitrag vom Lehrstuhl für Tierschutz der LMU München weist darauf hin, dass die amtliche Begründung zur ursprünglichen Fassung von 2001 dennoch einen Anhaltspunkt gab: mindestens zweimal täglich Auslauf im Freien und nicht weniger als eine Stunde am Tag. Ob dein Hund dabei an der Leine bleiben muss, regeln Bundesland und Gemeinde. Den Überblick findest du auf unserer Seite zur Leinenpflicht, verbindlich ist immer der Gesetzestext.

Wie oft und wie lange Gassi gehen sinnvoll ist

Ein Handbuch der Veterinärmedizinischen Universität Wien rät, einen gesunden erwachsenen Hund mindestens dreimal täglich ins Freie zu führen, damit er sich tagsüber etwa alle fünf Stunden lösen kann. Der Beitrag der LMU nennt vier bis fünf Gelegenheiten zum Lösen am Tag als Ziel und empfiehlt insgesamt wenigstens eine Stunde Auslauf, verteilt auf mindestens zwei Gänge. Wünschenswert seien zwei bis vier Stunden, je nach Alter, Training, Gesundheit und Rasse. Beide Angaben sind Richtwerte. Entscheidend ist, wie dein Hund nach der Runde wirkt.

Mehr ist dabei nicht automatisch besser. Laut Wiener Handbuch führen mehrstündige Spaziergänge jeden Tag häufig dazu, dass Hunde überdreht und überfordert sind. Ein gutes Zeichen bekommst du nach der Rückkehr: Ist dein Hund müde, nach einer kurzen Pause aber noch aufgedrehter als vorher, war es wahrscheinlich zu viel. Bei Welpen, alten oder kranken Hunden besprichst du das passende Maß am besten mit deiner Tierarztpraxis.

Was beim Gassi gehen in die Tasche gehört

Gassi gehen bei Hitze: lieber kürzer und früher

Hitzschlag ist kein Thema, das nur im geparkten Auto auftaucht. Eine Auswertung britischer Tierarztdaten von über 900.000 Hunden fand Bewegung als häufigsten Auslöser. Wo der Auslöser in der Akte stand, ging es in 74,2 Prozent der Fälle um Bewegung. Wo die Art der Bewegung bekannt war, passierte es in 67,5 Prozent der Fälle nach einem Spaziergang. An warmen Tagen verlegst du die große Runde deshalb in die kühlen Stunden und lässt deinen Hund das Tempo bestimmen. Mehr dazu steht im Ratgeber Hund bei Hitze.

Feste Zeiten, neue Wege: so wird Gassi gehen zur Gewohnheit

Gerade unsichere oder nervöse Hunde profitieren von einem verlässlichen Ablauf. Das Wiener Handbuch rät in solchen Phasen zu immer gleichen Zeiten und anfangs auch zu denselben Wegen, weil Berechenbarkeit beruhigt. Fühlt sich dein Hund sicher, darf die Runde abwechslungsreicher werden. Wie das aussehen kann, beschreibt der Ratgeber Spazieren mit Hund.

Für neue Wege hilft ein Blick auf die Gassirunden in Rudelrunde. Dort siehst du auf der Karte Länge und Dauer einer Runde, Wasser in der Nähe und wie andere Halter den Weg bewertet haben.

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Häufige Fragen

Wie oft muss ein Hund Gassi gehen?

Das Gesetz nennt keine feste Zahl, es verlangt ausreichend Auslauf im Freien. Ein Handbuch der Vetmeduni Wien rät bei gesunden erwachsenen Hunden zu mindestens drei Gängen am Tag, damit sich der Hund etwa alle fünf Stunden lösen kann.

Wie lange sollte ich mit meinem Hund Gassi gehen?

Ein Fachbeitrag der LMU München empfiehlt insgesamt mindestens eine Stunde am Tag, verteilt auf zwei oder mehr Gänge. Wie viel deinem Hund guttut, hängt von Alter, Rasse und Gesundheit ab, im Zweifel fragst du deine Tierarztpraxis.

Reicht ein großer Garten statt Gassi gehen?

Nein. Fachleute der LMU München und der Vetmeduni Wien sind sich einig, dass der Garten den Spaziergang mit seinen Gerüchen und Begegnungen nicht ersetzt.

Was mache ich, wenn ich keine Zeit zum Gassi gehen habe?

Dann kann ein Gassigeher aus der Nachbarschaft einspringen. Was du bei der Auswahl beachten solltest, erklärt unser Ratgeber zum Gassigeher.

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