App öffnen
TippErstes Treffen? Lasst die Hunde zuerst nebeneinander gehen.
Hund mit Marken am Halsband
Foto: „Eager looking dog of Hugh Neffs team“, Frank Kovalchek from Anchorage, Alaska, USA, CC BY 2.0, Wikimedia Commons, zugeschnitten

Regeln und Pflichten

Hundesteuer: wie viel du zahlst, steht in der Satzung deiner Gemeinde

6 Min. Lesezeit · Stand 27.10.2026 · Darstellung mit Quellen, keine Rechts- oder tierärztliche Beratung

Die Hundesteuer ist eine örtliche Steuer, deshalb legt jede Gemeinde Höhe, Fristen und Befreiungen selbst in ihrer Hundesteuersatzung fest. In München sind es laut Satzung 144 Euro je Hund im Jahr, in Nürnberg 132 Euro, in Augsburg 84 Euro für den ersten Hund und in Passau 30 Euro. Was für dich gilt, findest du in der Satzung deiner Stadt oder Gemeinde.

Gibt es in Deutschland eine Hundesteuer?

Ja, eine Hundesteuer gibt es in Deutschland, aber keinen bundesweiten Betrag. Nach Art. 105 Abs. 2a des Grundgesetzes dürfen die Länder Gesetze über örtliche Verbrauch- und Aufwandsteuern erlassen. Das Bundesverwaltungsgericht schreibt dazu, dass die Gemeinden solche Steuern erheben dürfen und die Hundesteuer traditionell dazugehört.

In Bayern etwa erlaubt Art. 3 Abs. 1 des Kommunalabgabengesetzes den Gemeinden, örtliche Aufwandsteuern zu erheben. Passau, München und Augsburg stützen ihre Hundesteuersatzungen genau darauf. In Berlin regelt das Land die Steuer selbst im Berliner Hundesteuergesetz, zuständig ist dort das Finanzamt. Steuerpflichtig ist laut Senatsverwaltung für Finanzen, wer zu Zwecken der privaten Lebensführung einen Hund in seinen Haushalt aufnimmt.

Für dich heißt das: Maßgeblich ist das Recht des Ortes, an dem du wohnst. Bei der Leinenpflicht ist das anders, sie regelt vor allem dein Bundesland. Die Übersicht dazu mit Gesetzestext findest du auf der Seite Leinenpflicht von Rudelrunde.

Wie hoch ist die Hundesteuer in München, Nürnberg, Augsburg und Passau?

Wie hoch die Hundesteuer ist, unterscheidet sich schon zwischen Nachbarstädten deutlich. Die folgenden Zahlen sind Beispiele und gelten nur für die jeweilige Stadt.

Berlin nimmt laut Senatsverwaltung für Finanzen 120 Euro für den ersten und 180 Euro für jeden weiteren Hund. Eine höhere Steuer für Kampfhunde sieht das Berliner Gesetz nicht vor. In den bayerischen Städten richtet sich dagegen nach der Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit, was als Kampfhund gilt.

Hundesteuer anmelden und abmelden: Welche Fristen gelten?

Deinen Hund bei der Hundesteuer anmelden musst du kurz nach dem Einzug, abmelden, wenn er stirbt, du ihn abgibst oder du wegziehst. Die Fristen stehen in der Satzung:

Passau und München verlangen außerdem eine Kennzeichnung. In Passau darf dein Hund außerhalb von Wohnung und eingefriedetem Grundstück nur mit sichtbar befestigtem, gültigem Hundesteuerzeichen unterwegs sein. In München wählst du bei der Anmeldung, ob du eine Steuermarke bekommst oder die Nummer des Mikrochips meldest. Wie die Anmeldung praktisch abläuft, erklärt der Ratgeber Hund anmelden.

Hundesteuer Befreiung: Wer zahlt weniger oder gar nichts?

Eine Befreiung von der Hundesteuer gibt es nur, wenn deine Satzung sie vorsieht, meist auf Antrag. Hier unterscheiden sich die Städte besonders:

Ist die Hundesteuer verfassungswidrig?

Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist die Hundesteuer zulässig. Das Gericht hat 2014 bestätigt, dass Gemeinden sie als örtliche Aufwandsteuer erheben dürfen. Auch eine höhere Steuer für Kampfhunde ist danach erlaubt, selbst wenn ein Negativzeugnis dem einzelnen Hund bescheinigt, nicht gefährlich zu sein.

Eine Grenze gibt es aber. Die Steuer darf nicht so hoch sein, dass sie wie ein Verbot wirkt, das Gericht spricht von einer erdrosselnden Wirkung. Im entschiedenen Fall verlangte die bayerische Gemeinde Bad Kohlgrub 75 Euro für einen normalen Hund und 2.000 Euro für einen als Kampfhund gelisteten Rottweiler. Das war das 26-Fache und überstieg allein den durchschnittlichen sonstigen Aufwand für die Haltung eines solchen Hundes, deshalb war dieser Steuersatz unzulässig. Verbindlich für dich bleibt die Satzung deiner Gemeinde.

Hunde in deiner Nähe treffen

Rudelrunde zeigt Hunde, die zu deinem passen, und Runden in deiner Stadt.

Zur App

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Hundesteuer?

Das legt jede Gemeinde selbst fest. In München sind es laut Satzung 144 Euro je Hund im Jahr, in Augsburg 84 Euro für den ersten Hund und in Passau 30 Euro.

Wird die Hundesteuer 2026 teurer?

Das entscheidet jede Gemeinde für sich. Nürnberg zum Beispiel hebt die Steuer ab 2027 auf 144 Euro für den ersten und 168 Euro für jeden weiteren Hund an. Was bei dir gilt, steht in der aktuellen Satzung deiner Gemeinde.

Muss ich für einen Hund aus dem Tierheim Hundesteuer zahlen?

Das hängt von deiner Gemeinde ab. Augsburg befreit Tierheimhunde für zwölf Monate, Berlin für fünf Jahre, München nach einem Jahr Haltung auf Antrag für zwei Jahre.

Gilt die Hundesteuer auch für Welpen?

Viele Satzungen knüpfen an ein Mindestalter an. In Passau, Nürnberg und Augsburg ist ein Hund ab einem Alter von über vier Monaten steuerpflichtig.

Quellen

Weiterlesen

Bildnachweise