
Freilauf, Hundewiese und Wald
Hundewald: Freilauf unter Bäumen, wo sonst die Leine gilt
4 Min. Lesezeit · Stand 26.10.2026 · Darstellung mit Quellen, keine tierärztliche Beratung
Ein Hundewald ist ein abgegrenztes Waldstück, in dem dein Hund ohne Leine laufen darf, meist eingezäunt und mit Schleuse am Eingang. In Schleswig-Holstein betreiben die Landesforsten mehrere solcher Hundewälder, in Berlin heißen vergleichbare Flächen der Berliner Forsten Hundeauslaufgebiete. Außerhalb davon gelten die normalen Regeln für den Wald.
Was einen Hundewald ausmacht
Ein Hundewald ist eine Waldfläche, die extra für freilaufende Hunde freigegeben ist. Die Hundewälder der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten sind eingezäunt und haben eine Schleuse oder ein Doppeltor, damit beim Rein- und Rausgehen kein Hund entwischt. Meist stehen Bänke für die Menschen bereit.
Die Größe ist sehr unterschiedlich. In Leck und Pansdorf sind es jeweils rund ein Hektar, der Hundewald Glücksburg bei Flensburg erstreckt sich über rund 20 Hektar alten Buchenwald mit vielen kleinen Wegen, in Trappenkamp über 3,2 Hektar, und der Hundeauslauf in Scharbeutz umfasst 18 Hektar mit zwei Eintrittsschleusen.
Wie ein Hundewald entsteht
Oft geht der Anstoß von den Haltern aus. In Wahlstedt baten zahlreiche Hundehalter die Landesforsten um einen Freilauf, 2017 wurde dort ein Hundewald eingerichtet. Wichtig war den Haltern, dass die Fläche zu Fuß und mit Bus und Bahn erreichbar ist, und bei der Auswahl wurden Naturschutz und Waldwirtschaft berücksichtigt.
Den Hundeauslauf in Scharbeutz haben ein Förderverein, die Gemeinde und die Forstverwaltung gemeinsam errichtet. Laut den Landesforsten sind dort rund 200 Hunde am Tag unterwegs, Reparaturen übernehmen die Landesforsten im Auftrag des Vereins.
Warum es Hundewälder gibt
In Schleswig-Holstein dürfen Hunde im Wald das ganze Jahr nur angeleint und nur auf Waldwegen mit (§ 17 LWaldG). Die Landesforsten weisen in ihrem Faltblatt selbst darauf hin, dass außerhalb der Hundewälder diese strikte Leinenpflicht gilt. Wer seinen Hund dort im Wald frei laufen lassen möchte, braucht also eine Fläche, auf der der Waldbesitzer das erlaubt, etwa einen Hundewald.
In Berlin ist es ähnlich. Frei laufen darf ein Hund im Wald nur auf Flächen, die freigegeben und an den Zugangswegen mit Schildern gekennzeichnet sind (§ 23 LWaldG). Der Senat nennt unter anderem die Hundeauslaufgebiete Grunewald, Düppel, Frohnau und Jungfernheide der Berliner Forsten.
Regeln im Hundewald
Die Landesforsten in Schleswig-Holstein öffnen ihre Hundewälder nur zwischen Sonnenaufgang und Abenddämmerung, damit der Wald nachts Ruhe hat. Findet in der Nähe eine Jagd statt, werden die Ausläufe zur Sicherheit gesperrt. Hundeschulen und gewerbliche Hundesitter brauchen dort einen Gestattungsvertrag, diese Nutzung kostet Geld.
Auch im Hundewald gilt, dass du deinen Hund im Blick hast. Wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen, verbietet das Bundesnaturschutzgesetz überall (§ 39 Abs. 1).
Hundewald oder normaler Wald
Nicht jedes Land kennt eine Leinenpflicht im Wald. In Sachsen etwa müssen Hunde im Wald laut Sachsenforst grundsätzlich nicht angeleint sein, sie sollen aber in der Nähe ihrer Menschen bleiben und gehorchen. Ausnahmen gibt es in Schutzgebieten. Was in deinem Land gilt, auch zur Brut- und Setzzeit und im Jagdrevier, steht im Ratgeber Hund im Wald und unter Leinenpflicht.
Für Hunde, die jagen, ist ein eingezäunter Hundewald oft entspannter als der offene Wald. Kleinere Flächen mit Zaun stellt der Beitrag zur eingezäunten Hundewiese vor.
Einen Hundewald in der Nähe finden
Frag bei der Forstverwaltung deines Landes oder bei deiner Stadt nach. Schleswig-Holstein veröffentlicht ein Faltblatt mit allen Hundewäldern der Landesforsten und ihren Koordinaten. In Rudelrunde siehst du auf der Karte Hundewiesen und Gassirunden, mit Länge, Dauer und Hinweisen auf Wasser in der Nähe.
Rudelrunde zeigt Hunde, die zu deinem passen, und Runden in deiner Stadt.
Häufige Fragen
Was ist ein Hundewald?
Ein abgegrenztes, meist eingezäuntes Waldstück, in dem Hunde ohne Leine laufen dürfen. In Schleswig-Holstein betreiben die Landesforsten mehrere davon.
Wann ist ein Hundewald geöffnet?
Die Hundewälder in Schleswig-Holstein sind zwischen Sonnenaufgang und Abenddämmerung offen. Bei einer Jagd in der Nähe werden sie gesperrt.
Dürfen Hundesitter mit fremden Hunden in den Hundewald?
In Schleswig-Holstein brauchen Hundeschulen und gewerbliche Hundesitter dafür einen Gestattungsvertrag mit den Landesforsten, und die Nutzung kostet.
Darf ich mit meinem Hund in jeden Wald?
Das Betreten des Waldes zur Erholung ist nach dem Bundeswaldgesetz erlaubt. Ob dein Hund an die Leine muss, regelt dein Bundesland.
Quellen
- Schleswig-Holsteinische Landesforsten (AöR): Hundewälder in den Landesforsten, Faltblatt mit Karte
- Landeswaldgesetz Schleswig-Holstein, § 17 Abs. 2 Nr. 3 und Abs. 3
- Landeswaldgesetz Berlin, § 23 Ordnungswidrigkeiten (Abs. 1 Nr. 2)
- Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/24937: Hundeauslauf in Berlin, Antwort der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz vom 9. Februar 2026
- Bundesnaturschutzgesetz, § 39 Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen
- Staatsbetrieb Sachsenforst: FAQ zu Wald und Forstwirtschaft
- Bundeswaldgesetz, § 14 Betreten des Waldes
Weiterlesen
Bildnachweise
- Zwei Hunde auf einer eingezäunten Hundewiese mit Spielgeräten: „Percorso di agility dog nell’area cani di Via Combattente e Reduce ad Arona“, Marco Del Torchio 95, CC0, Wikimedia Commons, zugeschnitten
- Mehrere Hunde laufen frei auf einer Sandfläche, zwei Menschen gehen mit: „Dogs and people in snowy dog park“, sarah n, CC BY 2.0, Wikimedia Commons, zugeschnitten
- Person mit Rucksack und Hund auf einem Weg durch einen Kiefernwald: „On a 1-hour dog walk in Clash Wood - geograph.org.uk - 6211794“, Julian Paren, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons, zugeschnitten


