
Hitze, Schnee, Zecken und Silvester
Hund im Schnee: Pfoten schützen, Kälte erkennen, Freude behalten
4 Min. Lesezeit · Stand 26.10.2026 · Darstellung mit Quellen, keine tierärztliche Beratung
Das Hauptproblem für Hunde im Winter ist laut Bundestierärztekammer das Streusalz, weil es in trockene, rissige Ballen eindringt und schmerzt. Spül die Pfoten nach dem Spaziergang lauwarm ab, kontrollier die Ballen und lass deinen Hund keinen Schnee fressen. Zittert er, zieht die Rute ein und geht steif, ist ihm zu kalt.
Streusalz: warum es den Pfoten zusetzt
Salz ist vor allem bei trockenen, rissigen Ballen ein Problem, schreibt die Bundestierärztekammer, weil es in die Ritzen dringt und Schmerzen verursacht. Leckt der Hund die gereizten Stellen dann ständig ab, entzündet sich die Haut weiter, und er nimmt zusätzlich Salz auf, was den Magen und Darm reizen kann.
Auch das Umweltbundesamt warnt, dass längeres Laufen auf gesalzenem Untergrund bei Haustieren zu Entzündungen an den Pfoten führen kann, und rät, solche Flächen möglichst zu meiden. Für private Gehwege ist Streusalz nach Angaben des Amtes in den meisten Kommunen verboten, oft mit Ausnahmen für Treppen und andere kritische Stellen. Eine einheitliche Regel für Bund oder Länder gibt es nicht, die genauen Vorschriften kennt deine Gemeinde.
So pflegst du die Pfoten vom Hund im Schnee
- Lauwarmes Fußbad. Nach dem Spaziergang reicht laut Bundestierärztekammer ein gründliches lauwarmes Fußbad, um das Salz abzuspülen. Danach reibst du die Ballen wieder mit einer fetthaltigen Salbe ein.
- Vorher eincremen üben. Viele Hunde lassen sich ungern an die Ballen fassen. Die Kammer hält es für sinnvoll, das zu trainieren, damit du Ballen und Haare dazwischen schon vor dem Spaziergang behandeln kannst.
- Haare zwischen den Ballen kürzen. So bilden sich dort weniger Eisklumpen.
- Schuhe für empfindliche Pfoten. Bei weichen oder rissigen Ballen können Hundeschuhe in der Stadt vor scharfkantigem Eis und Salz schützen, bei Schneematsch eine festere Variante.
- Regelmäßig nachsehen. Die Pfote ist von Natur aus robust, aber manche Ballen sind weich und empfindlich. Ein kurzer Blick nach jeder Runde wird schnell zur Gewohnheit.
Schnee fressen: lieber nicht
Für viele Hunde gehört es zum Spiel, in den Schnee zu beißen. Die Bundestierärztekammer rät trotzdem, das Fressen von Schnee und das Lecken an vereisten Pfützen zu verhindern, weil nicht jeder Hundemagen Eiskaltes verträgt. Möglich sind Bauchkrämpfe, Magen-Darm-Entzündungen, blutiger Durchfall oder Erbrechen. Auf Schneebälle verzichtest du besser, sie regen zum Schneefressen an.
Spaß im Schnee geht auch anders. Versteck ein Spielzeug in einer Schneewehe und lass deinen Hund suchen, oder lauft eine neue Runde, bei der es viel zu schnüffeln gibt. Ideen für Wege in deiner Nähe findest du bei den Gassirunden in Rudelrunde, wo andere Halter auch Warnungen hinterlassen können.
Woran du merkst, dass deinem Hund zu kalt ist
Fühlt sich ein Hund in der Kälte unwohl, zittert er, zieht die Rute ein, geht klamm und meist langsamer, beschreibt die Bundestierärztekammer. Gesunde Hunde brauchen für den Spaziergang meist keinen Mantel. Für alte oder kranke Hunde und für Rassen mit kurzem Fell ohne Unterwolle kann er in Ausnahmefällen sinnvoll sein. Er sollte leicht, atmungsaktiv und gut sitzend sein, Wolle und Baumwolle sind nicht wasserabweisend und deshalb nicht geeignet.
Kommt ihr nass nach Hause, trockne deinen Hund ab und lass ihn an einem warmen, trockenen, zugfreien Ort liegen, bis er ganz trocken ist. Auf kaltem Stein oder Fliesen sollte ein nasser Hund nicht liegen, weil das laut Kammer Entzündungen von Lunge oder Blase begünstigen kann.
Kurze Tage: gesehen werden
Im Winter geht ihr oft im Dunkeln los. Die Bundestierärztekammer rät, dass Mensch und Hund gut sichtbare Reflektoren tragen, zum Beispiel ein reflektierendes Halsband mit zusätzlichem Blinker oder ein Geschirr mit Reflektoren. So erkennen Autofahrer euch früh und halten Abstand.
Ende Dezember kommt dann Silvester dazu. Wie du deinen Hund darauf vorbereitest, steht im Ratgeber Silvester mit Hund, und wie ihr die Runde selbst entspannt gestaltet, im Ratgeber Spazieren mit Hund.
Rudelrunde zeigt Hunde, die zu deinem passen, und Runden in deiner Stadt.
Häufige Fragen
Ist Schnee fressen für Hunde gefährlich?
Es kann Bauchkrämpfe, Magen-Darm-Entzündungen, blutigen Durchfall oder Erbrechen auslösen, schreibt die Bundestierärztekammer. Verhindere es lieber und verzichte auf Schneebälle.
Wie entferne ich Streusalz von den Pfoten?
Mit einem gründlichen lauwarmen Fußbad nach dem Spaziergang. Danach die Ballen mit einer fetthaltigen Salbe einreiben.
Braucht mein Hund im Winter einen Mantel?
Gesunde Hunde meist nicht. Für alte oder kranke Hunde und kurzhaarige Rassen ohne Unterwolle kann er in Ausnahmefällen sinnvoll sein.
Sind Hundeschuhe im Schnee sinnvoll?
Für Hunde mit weichen oder rissigen Ballen können sie in der Stadt vor scharfkantigem Eis und Salz schützen.
Quellen
Weiterlesen
Bildnachweise
- Hund mit Geschirr sitzt im Auto und schaut aus dem Fenster: „A Beagle sitting in a car looking outside the window“, Slyronit, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons, zugeschnitten
- Hund hechelt mit heraushängender Zunge: „Panting-dog-No.3“, Raffael Herrmann, CC0, Wikimedia Commons, zugeschnitten
- Dunkler Hund läuft durch spritzendes Wasser: „Minnis Bay, Kent at High Tide Dog takes a dip (52238022025)“, Alan Shearman from London, CC BY 2.0, Wikimedia Commons, zugeschnitten


