
Welpen
Mit dem Welpen Gassi gehen: die ersten Runden richtig planen
4 Min. Lesezeit · Stand 26.10.2026 · Darstellung mit Quellen, keine tierärztliche Beratung
Mit dem Welpen Gassi gehen heißt anfangs kurze, ruhige Runden, die zu Alter und Gesundheit passen, so verlangt es auch die Tierschutz-Hundeverordnung. Wann und wo dein Welpe zum ersten Mal auf Wege mit vielen Hunden darf, hängt vom Impfschutz ab. Das besprichst du am besten mit deiner Tierarztpraxis.
Ab wann du mit dem Welpen Gassi gehen kannst
Nach § 2 Absatz 4 der Tierschutz-Hundeverordnung darf ein Welpe erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden, Ausnahmen gibt es nur nach tierärztlichem Urteil. Die Impfleitlinie der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin sieht Impfungen gegen Staupe und Parvovirose in der 8., 12. und 16. Lebenswoche vor.
Eine Übersichtsarbeit zur Sozialisierung hält fest, dass Welpen in Industrieländern bis zur Jugendphase meist genug Impfungen bekommen haben, um nahezu überall mitzugehen, ohne sich durch die häufigsten ansteckenden Krankheiten zu gefährden. Welche Orte schon vorher passen, besprichst du mit deiner Tierarztpraxis. Drinnen bleiben muss dein Welpe bis dahin nicht, denn gerade in den ersten Lebensmonaten braucht er viele ruhige Erfahrungen draußen.
Wie lange und wie weit die Runde sein darf
Eine feste Minuten- oder Kilometerzahl schreibt das Gesetz nicht vor. § 2 Absatz 1 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt aber, dass Auslauf und Sozialkontakte der Rasse, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Hundes angepasst werden. Für einen Welpen heißt das kurze Wege, Pausen zum Schnüffeln und das Ende der Runde, bevor er müde hinterhertrottet.
Achte auf deinen Welpen statt auf die Uhr. Setzt er sich hin, wird er quengelig oder fängt an zu humpeln, ist Schluss, und bei Unsicherheit fragst du in der Tierarztpraxis nach. Mit Rudelrunde suchst du dir passende Gassirunden nach Länge und Dauer aus, so weißt du vorher, worauf du dich einlässt.
Was ein Welpe draußen lernen soll
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit beschreibt, dass Welpen bis etwa zur 20. Lebenswoche für bestimmte Lernerfahrungen besonders empfänglich sind. Je mehr Eindrücke sie aufnehmen, desto gelassener reagieren sie später in ungewohnten Situationen. Verkehr, Fahrräder, andere Hunde und fremde Menschen gehören dazu, in kleinen Portionen und mit Abstand.
Die Behörde rät, jede Möglichkeit zu nutzen, bei der dein Welpe Kontakt zu anderen Menschen oder Hunden aufnehmen kann. Dazu passt § 2 Absatz 1 der Tierschutz-Hundeverordnung, der regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen verlangt, außer Gesundheit oder Unverträglichkeit sprechen im Einzelfall dagegen. Für einen Welpen sind das am Anfang wenige, freundliche Begegnungen, bei denen er sich jederzeit zu dir zurückziehen kann.
Begegnungen und Leine auf den ersten Runden
Kontakt zu Artgenossen meint laut Landesamt vor allem Hunde eines anderen Alters, Geschlechts und einer anderen Rasse. Die Behörde empfiehlt den regelmäßigen Besuch einer guten Welpenschule, damit dein Welpe den richtigen Umgang mit anderen Hunden lernt, mehr dazu im Ratgeber zur Welpenspielstunde.
Ob und wo Leinenpflicht gilt, regeln Bundesland und Gemeinde unterschiedlich, das prüfst du auch für deinen Welpen. Wie dein Welpe an lockerer Leine laufen lernt, erklärt der Beitrag zur Leinenführigkeit beim Welpen.
Kleine Checkliste für die erste Gassirunde
- Halsband oder Geschirr sitzt, die Leine ist vertraut, siehe Welpen an die Leine gewöhnen.
- Kotbeutel und ein paar kleine Belohnungen sind eingepackt.
- Du kennst die Strecke und weißt, wo du umdrehen kannst.
- Der Impfstand ist mit der Tierarztpraxis abgesprochen.
Rudelrunde zeigt Hunde, die zu deinem passen, und Runden in deiner Stadt.
Häufige Fragen
Ab wann darf ich mit meinem Welpen Gassi gehen?
Das hängt vor allem vom Impfschutz ab, gerade wenn ihr an Orte mit vielen fremden Hunden wollt. Die Impfleitlinie nennt Impfungen mit 8, 12 und 16 Wochen, den Zeitpunkt klärst du mit der Tierarztpraxis.
Wie lange darf ein Welpe spazieren gehen?
Eine feste Zeit steht nicht im Gesetz. Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt, den Auslauf an Alter, Rasse und Gesundheit anzupassen, achte deshalb auf Müdigkeit und Pausen.
Muss mein Welpe an die Leine?
Ob und wo Leinenpflicht gilt, regeln Bundesland und Gemeinde, das gilt es auch für deinen Welpen zu prüfen. Verbindlich ist der jeweilige Gesetzestext.
Darf mein Welpe schon mit anderen Hunden spielen?
Kontakt zu Artgenossen ist wichtig und nach der Tierschutz-Hundeverordnung regelmäßig zu ermöglichen. Wann das mit fremden Hunden passt, hängt vom Impfstand ab, frag dazu deine Tierarztpraxis.
Wie oft sollte ich mit dem Welpen raus?
Das richtet sich nach deinem Welpen und seinem Alter. Für den Umgang mit dir schreibt die Verordnung Welpen bis 20 Wochen mindestens vier Stunden am Tag vor.
Quellen
- Tierschutz-Hundeverordnung, § 2 Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Arbeitskreis kleine Haustiere der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet): Leitlinie zur Impfung von Kleintieren, 6. Auflage. Tierärztliche Praxis Ausgabe K 2025; 53(01): 12 bis 22, doi:10.1055/a-2501-5778
- Howell, King, Bennett (2015): Puppy parties and beyond: the role of early age socialization practices on adult dog behavior. Veterinary Medicine: Research and Reports 6
- Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Wir schaffen uns einen Welpen an
Weiterlesen
Bildnachweise
- Kleiner Welpe läuft an der Leine über einen Gehweg: „Shorkie Poo Puppy“, Nils Fretwurst, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons, zugeschnitten
- Welpe mit Ball im Maul läuft an einer grünen Leine: „Able 12 weeks with max 078“, MegaAussies9, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons, zugeschnitten
- Zwei Welpen spielen im Gras: „PlayingPuppies“, Heather, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons, zugeschnitten


